Brief des Präsidenten: Zusammenstehen in der Krise

Liebe Beschäftigte,

wir leben in bewegten Zeiten. Ob Fernsehen, Radio, Zeitungen oder Soziale Medien – alles dreht sich um das Coronavirus. Fast täglich erreicht den Krisenstab der Universität eine neue Verordnung vom Land oder der Stadt Jena, mit dem Ziel, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Auch unsere Meldungen überschlagen sich.

Social Distancing als Gebot der Stunde

Social Distancing – das Abstandhalten – ist das Gebot der Vernunft. Dies hat auch massive Auswirkungen auf unsere Arbeitswelt. Wir haben die von der Bundesregierung empfohlenen Maßnahmen angeordnet und alle, die auch von Zuhause arbeiten können, ins Homeoffice geschickt. Telefone wurden umgestellt und Sprechstunden werden Zuhause am Telefon oder im Chat während der ganzen Arbeitszeit durchgeführt. Ganze Teams halten zur morgentlichen Besprechung nun Video- oder Telefonkonferenzen ab. Lehrende bereiten sich darauf vor, schon bald Online zu unterrichten. Viele von Ihnen betreuen Ihre Kinder oder Angehörige und stehen vor der Herausforderung, im Homeoffice weiter Ihre Leistung zu erbringen. Manche von Ihnen sind alleine Zuhause und vermissen die gewohnten Kontakte und Gespräche. Wenn Sie es noch nicht getan haben, melden Sie sich bitte bei Ihren Vorgesetzten, damit wir wissen, wie Sie erreichbar sind.

Hygienregeln für Arbeiten vor Ort

Und dann gibt es zahlreiche Beschäftigte in der Verwaltung und der Forschung, die weiter jeden Tag vor Ort unverzichtbar sind. Weil sie unsere Post entgegennehmen, unsere Gehaltszahlungen sicherstellen, sensible Akten bearbeiten, unsere Gebäude schützen, unsere Server oder Großgeräte betreuen, in Langzeitexperimenten forschen oder unsere Bauprojekte fortsetzen und uns so vor Gefahren oder Schäden von immensem Ausmaß bewahren. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag für unsere Gemeinschaft. Es ist mir sehr wichtig, dass Sie bei Ihrer Arbeit sicher sind. Aus diesem Grund haben wir die anhängenden Hygieneregeln erlassen, die Sie schützen. Als Arzt weiß ich, wie wirkungsvoll Hygiene in der Abwehr von Krankheiten ist. Halten Sie sich bitte strikt an die Richtlinien und schützen Sie sich und die anderen. Sich auf den Weg zur Arbeit zu machen, ist natürlich weiterhin von der Stadt erlaubt, wenn sie 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen halten.

Helfen wir unserem Universitätsklinikum

Unsere Ärztinnen und Ärzte, das Pflegepersonal und viele weitere gute Geister, die im Hintergrund im Universitätsklinikum unserer Gesundheit dienen, bereiten sich auf geänderte Abläufe vor, um uns wie bisher zu helfen, wenn wir sie brauchen. Lassen Sie mich noch einmal daran erinnern, dass über 80 Prozent der Menschen, die sich mit Corona anstecken, keine oder nur milde Symptome verspüren. Sie tragen das Virus jedoch weiter zu Menschen, die vielleicht ein höheres Risiko tragen als Sie selbst. Daher müssen wir mit aller Kraft dafür sorgen, dass nicht zu viele von uns zur gleichen Zeit erkranken. Nur so können wir unsere gute medizinische Versorgung aufrechterhalten.

Welle der Solidarität

Die Eindämmung der Corona-Pandemie ist jetzt für uns alle eine enorm große Herausforderung. Eins macht dabei Mut: Trotz Social Distancing erleben wir eine große Welle der Solidarität: Jüngere bleiben Zuhause, um die ältere Generation zu schützen. Nachbarn gehen füreinander einkaufen. Bücherlesungen und Konzerte finden kostenlos im Netz statt.

Zu einem dieser Konzerte möchte ich Sie heute Abend, Sonntag 22.3.2020, einladen. Der Psycho-Chor der Universität Jena gibt heute um 19 Uhr ein Fast-Live-Konzert auf YouTube, dem Sie hier folgen können: https://www.youtube.com/user/PsychoChorJena.
Die Konzerte finden bis auf Weiteres jeden Sonntag statt.

Weitere digitale Veranstaltungstipps finden Sie stets aktuell unter den Fragen und Antworten auf der Startseite der Universität, auf Facebook, Instagram, Twitter und seit gestern auch in diesem Blog. Bitte informieren Sie sich dort auch regelmäßig über die neuesten Entwicklungen.

Unter den Schlagwörtern #TeamJena #ZusammenAllein sammelt der FF USV Jena Hilfsaktionen auf seiner Facebook-Seite. Wir unterstützen diese Aktion und rufen gerne mit dazu auf. Engagieren Sie sich, wenn es Ihnen möglich ist. Anregungen und Informationen zu ehrenamtlichem Engagement können Sie auch senden an: praesidium@uni-jena.de

Bleiben Sie über Telefon und Mail mit uns im Kontakt und vor allem: Bleiben Sie gesund!

Ihr Walter Rosenthal

Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Leiter des Krisenstabs