Brief des Präsidiums: Gemeinsam die Herausforderungen des Semesters meistern

Liebe Studierende,

seit Semesterstart erleben wir das wohl außergewöhnlichste Semester, das es an der Friedrich-Schiller-Universität Jena bisher gegeben hat. Es begann im Notbetrieb, der das Ziel hatte, weitere COVID-19-Infektionen unter den Studierenden und Beschäftigten der Universität und in der Stadt zu verhindern. Mit großer Disziplin haben wir so alle dazu beigetragen, die Zahl der Erkrankten in Jena gering zu halten.

Präsenzlehre bleibt die Ausnahme

Am Montag, 4. Mai 2020, beginnt nun der Vorlesungsbetrieb. In den letzten Wochen haben unsere Lehrenden viel Zeit und Mühe darauf verwendet, ihre Lehrveranstaltung digital oder in aufwändigen Skripten neu aufzubereiten. Denn auch ab Montag gilt: Präsenzbetrieb findet nur dort statt, wo digitale Formate nicht möglich sind, beispielsweise bei Laborpraktika oder Exkursionen. Alle Präsenzveranstaltungen finden zum gegenseitigen Schutz unter strengen Hygienebedingungen statt, die eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollen.

Erste Einrichtungen öffnen ebenfalls unter strikten Auflagen. So ist die Mensa des Studierendenwerks am Ernst-Abbe-Platz ab Montag von 11 bis 14 Uhr geöffnet und bietet auch Essen zum Mitnehmen an (mehr dazu hier). In der ThULB ist die kontaktlose Rückgabe von Medien wieder möglich. Die Online-Ausleihe und eine teilweise Öffnung in der zweiten Maiwoche werden gerade vorbereitet.

Trotz dieser eingeschränkten Öffnung bitten wir Sie, wann immer es geht, von zu Hause zu lernen und in Ihrem persönlichen Verhalten zu berücksichtigen, dass es weiterhin großer Anstrengungen bedarf, das Virus einzudämmen. Die Einhaltung der Hygieneregeln, insbesondere häufiges Händewaschen, 1,5 Meter Abstand und das Tragen eines Mund-Nasenschutzes in den Gebäuden der Universität sind dabei Vorgaben der Stadt Jena, die unserem Schutz dienen.

Wir machen uns für Ihre Interessen stark

Viele von Ihnen möchten nach dem verschobenen Semesterbeginn ihr Studium nun endlich beginnen oder fortsetzen. Andere fragen sich, wie sie mit den Corona-bedingten Erschwernissen überhaupt oder erfolgreich studieren können. Wir sind uns bewusst, vor welchen Herausforderungen insbesondere Eltern oder Studierende aus Risikogruppen stehen. Wir stehen in regelmäßigem Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Studierenden, um Ihre Perspektiven zu berücksichtigen. Seien Sie versichert, dass wir unsere Möglichkeiten, Sie zu unterstützen, ausschöpfen und uns auch auf höheren Entscheidungsebenen für Ihre Interessen stark machen. So setzen wir uns etwa beim Land für eine Kinderbetreuung für studierende Mütter und Väter ein.

Dieses Semester wird kein normales Semester. Es muss jedoch auch kein verlorenes Semester sein, wenn Lehrende und Studierende an einem Strang ziehen und Rücksicht nehmen auf die Herausforderungen, vor denen der jeweils andere steht. Wir appellieren an beide Seiten, sich zu unterstützen und das Beste aus diesem Semester herauszuholen. Unsere Gespräche mit vielen Lehrenden und Studierenden lassen uns vertrauen, dass dies gelingen wird.

Corona-Notfonds und Laptop-Spendenaktion

Gemeinsam mit den Freunden und Förderern der Uni Jena haben wir als erste Universität in Deutschland einen Corona-Notfonds aufgebaut. Mehr als 220 Studierenden konnte dank einer Spendensumme von über 130.000 Euro bereits schnell und unbürokratisch geholfen werden. Die große Solidarität, die Freunde, Alumni, Lehrende, Beschäftigte, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger Jenas hier demonstrieren, beweist, dass Sie als bedeutender Teil der Gesellschaft geschätzt werden. Wir sammeln weiter Spendengelder – auch wenn sich auf Ebene des Bundes nun ebenfalls Bewegung zeigt und zinslose KfW-Darlehen für Studierende sowie nicht rückzahlbare Mittel aus einem Nothilfefonds der Studierendenwerke bereitstehen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Mit einer neuen Spendenaktion möchten wir denjenigen helfen, die weder über einen Laptop noch über ein Tablet verfügen, mit dem sie im digitalen Semester gut von Zuhause studieren können. Sollten Sie eines von beiden benötigen, senden Sie eine kurze Begründung per E-Mail an cdo@uni-jena.de.

Für ein Semester voll Verständnis und Respekt füreinander

Diese Krise betrifft alle Teile der Universität. Die Herausforderungen sind komplex. Doch wir können ihnen mit kreativen und flexiblen Lösungen begegnen. Dazu gehört auch, dass Fakultäten, Institute und einzelne Lehrende individuelle Lösungen finden. Als Hochschulleitung geben wir als Rahmen vor, dass Ihnen keine Nachteile entstehen sollen, wenn Sie bedingt durch Corona nicht alle Leistungen erbringen können. Sollten Sie auf Schwierigkeiten stoßen, die nicht von den Personen, die Sie unterrichten, prüfen oder betreuen bzw. von ihrer Studienberatung oder Ihrem Prüfungsausschuss behoben werden können, wenden Sie sich bitte an studium@uni-jena.de.

Schauen Sie weiter regelmäßig in die Corona-FAQs auf der Startseite der Homepage. Sie werden täglich aktualisiert und neue Verordnungen von Stadt, Land und Bund werden jeweils schnellstmöglich berücksichtigt.

Es wird ein außergewöhnliches Semester – lassen Sie uns alle dazu beitragen, dass es ein Semester voll Verständnis und Respekt füreinander wird. Nur gemeinsam sind wir den Herausforderungen dieser Zeit gewachsen.

Wir wünschen Ihnen ein erholsames Wochenende, viel Kraft und Gesundheit.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Walter Rosenthal
Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Prof. Dr. Iris Winkler
Vizepräsidentin für Studium und Lehre