Wie gelingt die digitale Lehre?

Beim E-Learning-Tag der Universität Jena tauschten sich am 27. April mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer als je zuvor über neue Trends in der mediengestützten Lehre aus – auch mit Blick auf das digitale Sommersemester

Am 27. April fand die sechste Auflage des E-Learning-Tages der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt. Unter dem Motto „Impulse aus der Praxis für die Praxis“ diskutierten rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fachübergreifend zur digitalen Lehre und teilten ihre Erfahrungen und Ideen. Wie in den letzten Jahren auch sollte der E-Learning-Tag eigentlich als Präsenzveranstaltung stattfinden. Wegen der Corona-Pandemie musste ihn das Organisationsteam der Servicestelle LehreLernen kurzfristig vollständig in ein digitales Format überführen. Dies bot besondere Potenziale für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Sie konnten sich über Lehre im digitalen Format austauschen, konkrete Erfahrungen mit Tools und Konferenzsystemen sammeln und deren Einsatz direkt erleben.

„Der E-Learning-Tag war bereits in den letzten Jahren sehr gut besucht, doch durch die aktuelle Situation ist er nun auf ein noch breiteres Interesse gestoßen“, sagte Prof. Dr. Iris Winkler, Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Universität Jena in ihrer Begrüßungsrede. „Das Bemerkenswerte ist diesmal: Ohne die Nutzung der digitalen Tools, über die hier diskutiert wird, hätte der Tag gar nicht stattfinden können.“ Mit der Notwendigkeit, die Lehre im Sommersemester digital durchzuführen, sei der E-Learning-Tag zudem für jene Lehrenden ein wichtiges Forum des Austauschs, die gerade erste Erfahrungen sammeln und nach Anregungen suchen.

Zum Auftakt der Veranstaltung ermutigten Stefanie Brunner und Peter England (Universität Vechta und Universität Oldenburg) die Lehrenden in ihrem Impulsvortrag „Einsatz digitaler Medien – eine Anleitung zum (Un-)Glücklichsein“, digitale Medien ganz im eigenen Stil auszuprobieren, statt sich von „Megatrends“ leiten zu lassen. Wichtig sei, sich und die Studierenden nicht durch die technologische Entwicklung sowie die Vielzahl an Werkzeugen und Programmen zu überfordern und hierbei die Orientierung zu verlieren. Stattdessen sollte der Fokus weiterhin und grundsätzlich darauf liegen, ein didaktisches Konzept zu entwickeln und erst im zweiten Schritt zu überlegen, welche digitalen Formate und Tools für die Umsetzung geeignet sind.

Nach einer Poster-Ausstellung mit neun Beiträgen, die in Livechats diskutiert wurden, fanden sieben Workshops und Diskurswerkstätten statt. Die Themen reichten hierbei vom kollaborativen Arbeiten in Online-Lernumgebungen über Konzepte zur tutoriellen Betreuung digitaler Formate bis hin zum Einsatz von Podcasts in der Lehre. Außerdem bot die Servicestelle LehreLernen einen moderierten Erfahrungsaustausch an, der sich der Frage „Wie gelingt uns die Lehre während der Corona-Pandemie?“ widmete. Die in den Diskurswerkstätten, Workshops und Diskussionen gewonnenen Impulse und Erkenntnisse bestätigten einmal mehr, dass es nicht die eine ideale Lösung für mediengestützte Lehre gibt und dass die Auswahl und der Einsatz digitaler Medien ziel- und bedarfsorientiert erfolgen müssen.

Das Improvisationsvermögen des Organisationsteams ist während des E-Learning-Tages ebenfalls auf die Probe gestellt worden. Als während der Veranstaltung eine Netzwerkstörung den weiteren Ablauf des E-Learning-Tages ernsthaft gefährdete, reagierten die Beteiligten flexibel und kreativ und so konnten die Diskurswerkstätten und Workshops mit einer kleinen Verzögerung doch noch durchgeführt werden.

Für interessierte Lehrende, die nicht am E-Learning-Tag teilnehmen konnten, besteht die Möglichkeit, sich die wichtigsten Impulse des Tages zu sichern: Auf dieser Webseite finden Sie in nächster Zeit eine Dokumentation der Veranstaltung samt aller Materialien: www.elearning.uni-jena.de/elt2020