Corona-Nachteilsausgleich für Studierende

Präsidium und Senat der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben sich zum Ziel gesetzt, alle Nachteile, die Studierenden durch Corona entstehen, auszugleichen. Dazu wurden verschiedene Regelungen getroffen bzw. Handlungsempfehlungen an Lehrende und Prüfungsämter kommuniziert, auf die sich Studierende berufen können. Bereits im Sommersemester wurden umfassende Regelungen zum Nachteilsausgleich beschlossen, die weiter gültig sind und zusätzlich ergänzt wurden.

Das Wichtigste vorweg: Nach der Corona-Rahmensatzung der Friedrich-Schiller-Universität vom 25. Juni 2020 werden bestehende Regelungen in Studien- und Prüfungsordnungen von den Prüfungsämtern, Modulverantwortlichen, Lehrenden und Prüfenden bei pandemiebedingten Einschränkungen hinsichtlich der Erbringung von Studien- und Prüfungsleistungen grundsätzlich kulant ausgelegt. Kann das Studium trotz prüfungsrechtlicher Kulanzregelungen und prüfungsrechtlichen Sonderregelungen (Corona-Rahmensatzung) nachweislich pandemiebedingt nicht ordnungsgemäß absolviert werden, kann auf Antrag an das Prüfungsamt das Semester als besondere Studienzeit nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet werden.

Die Regelungen im Einzelnen

  • Prüfungsformen können unter Einhaltung des Grundsatzes des kompetenzorientierten Prüfens durch alternative Prüfungsformate ersetzt werden. Über die Änderung der Prüfungsform werden die Studierenden spätestens 14 Tage vor dem Prüfungstermin informiert.
  • Prüfungsrelevante Inhalte digitaler Lehrveranstaltungen werden semesterbegleitend und rechtzeitig zur Verfügung gestellt und stehen mindestens bis zur ersten Prüfungsmöglichkeit zur Verfügung.
  • Eine Abmeldung von der Modulprüfung bzw. einer Teilprüfung ist bis eine Woche vor dem Prüfungstermin möglich, sofern noch keine (Teil-)Prüfungsleistungen erbracht wurden. Ein Rücktritt von einer Prüfung aus gesundheitlichen Gründen muss beim zuständigen Prüfungsamt unverzüglich, also in der Regel innerhalb von drei Arbeitstagen, angezeigt und ein entsprechendes Attest eingereicht werden. Dies gilt auch für Personen, die sich in Quarantäne befinden oder zu einer der Risikogruppen gehören.
  • Wurde eine Prüfung im Sommersemester 2020 angetreten und nicht bestanden, wird zusätzlich eine weitere Prüfungsmöglichkeit pro Studienfach gewährt. Der zusätzliche Prüfungsversuch muss beantragt werden. Die jeweils geltenden Härtefallregelungen bleiben davon unberührt. Für Prüfungen des Wintersemesters 20/21, die aufgrund von pandemiebedingten Beeinträchtigungen endgültig nicht bestanden sind, gilt die Härtefallregelung.
  • In Prüfungsordnungen genannte Fristen zur Ablegung von Modulprüfungen und Abschlussarbeiten werden automatisch um ein Semester verlängert. Eine weitere Verlängerung ist auf Antrag im Prüfungsamt möglich.
  • Abgabefristen für Abschlussarbeiten, Studienarbeiten, Haus- und Seminararbeiten sowie sonstige fristgebundene schriftliche Arbeiten können durch die nach der Prüfungsordnung zuständige Stelle verlängert werden. Die Dauer der zusätzlichen Verlängerung sollte hierbei die Dauer der Beeinträchtigung nicht überschreiten.
  • Modulabhängigkeiten und Konsekutionen können aufgehoben werden, um einen erfolgreichen Abschluss des Studiengangs nicht zu gefährden.
  • Die Anmeldung zur Abschlussarbeit kann auch erfolgen, wenn eine vorgegebene Leistungspunktegrenze um bis zu 15 Leistungspunkte unterschritten wird.
  • Die Mindestanzahl der für die Bewerbung auf Zulassung zu Masterstudiengängen notwendigen Leistungspunkte kann ebenfalls um bis zu 15 Leistungspunkte unterschritten werden.
  • Die Anmeldung zum Praxissemester (Lehramt) kann im Wintersemester 20/21 bei fehlenden Leistungspunkten unter dem Vorbehalt erfolgen, dass der Nachweis der fehlenden Leistungspunkte bis zum Ende des Semesters erbracht wird. Weitere Kulanzregelungen bezüglich Eingangspraktikum und Zulassungsvoraussetzungen sind hier zu finden.

Zu den Aufgaben der Prüfungsämter zählt die Beratung in Sonder- und Härtefällen, weshalb auch die Beratung zum prüfungsrechtlichen Corona-Nachteilsausgleich im jeweils zuständigen Prüfungsamt erfolgt. Informationen zu fakultäts- und fachspezifischen Kulanzregelungen finden sich auf den Webseiten der Prüfungsämter, bei Fragen helfen die Beschäftigten der Prüfungsämter gerne weiter.

Anpassungen der Langzeitstudiengebühren (Nichtanrechnung und Gebührenerlass) werden durch das ThürCorPanG geregelt. Nähere Informationen dazu sind hier zu finden.

Beurlaubung

Durch § 17 der Immatrikulationsordnung ist eine Beurlaubung auch aufgrund nachweislich pandemiebedingter Gründe (u. a. Kinderbetreuung, Pflege von nahen Angehörigen, Ausübung ehrenamtlicher Tätigkeit etc.) möglich. Wichtig für studierende Freiwillige: Die Universität unterstützt Ihr Engagement. Sie können sich grundsätzlich unter der Kategorie „pandemiebedingter Sondergrund“ vom Studium beurlauben lassen. Zur Beurlaubung benötigt das Dezernat 1 lediglich die schriftliche Vereinbarung, die mit dem Träger getroffen wurde inkl. Angabe des Zeitraums, Umfang und Art der Tätigkeit. Den Nachweis reichen Sie einfach mit dem dazugehörigen Antrag im Studierenden-Service-Zentrum ein. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Unterlagen notwendig sein könnten, kontaktieren Sie einfach das Studierenden-Service-Zentrum.

Bitte beachten Sie, dass während einer Beurlaubung in der Regel keine Studien- und Prüfungsleistungen erbracht werden dürfen. Ausnahmen sollten Sie vorab mit dem Dezernat 1, Studierenden-Service-Zentrum, besprechen.

Regelungen für Staatsexamens- und Diplomstudiengänge

Kulanzregelungen für Studiengänge, die den gesetzlichen Bestimmungen des Bundes sowie der Landesausbildungs- und -prüfungsverordnungen unterliegen, werden über die zuständigen Prüfungsämter kommuniziert. Präsidium und Senat haben hier keinen Einfluss.