Vielfältige Ausstellungen im Sommer an der Universität Jena

Nach einer langen Corona-Pause haben nun endlich wieder Ausstellungen und Kulturangebote geöffnet. Auch die Friedrich-Schiller-Universität Jena hat die Türen ihrer Ausstellungen wieder geöffnet. Mit dabei sind auch ein paar neue Themenausstellungen.

Mediterrane Küche mal anders

Ein leckerer Siebenschläfer, gefüllt mit Hackfleisch und zum Nachtisch eine gebratene Haselmaus mit Honig und Mohn. Für uns klingt das nach merkwürdigen Gerichten, bei wohlhabenden römischen Aristokraten stand dies aber auf dem Speiseplan. Welche weiteren interessanten Speisen in der Antike auf den Tisch kamen, das zeigt die Ausstellung „Mehr als Brot und Wein. Antike Speisen: Alltagskost und Tafelluxus“. Sie ist vom 9. Juli bis zum 31. August in den Ausstellungsräumen des Instituts für Altertumswis­senschaften (Fürstengraben 25) der Friedrich-Schiller-Universität Jena zu sehen. Die Ausstellung klärt nicht nur darüber auf, welche Speisen überhaupt auf den Tisch kamen, sondern auch darüber, wie man sie zubereitete. Mit wem man die Speisen zu sich nahm, war Symbol von Status und gesellschaftlicher Zugehörigkeit. Auch dies wird in der Ausstellung angesprochen.

Aber nicht nur die römische Esskultur kann in der Ausstellung entdeckt werden. Auch die Weinkultur der Griechen, ihre Haute Cuisine und die Bedeutung von Nahrung in der Religion werden thematisiert. Im Bereich Haute Cuisine stehen die teils recht ausgefallenen Gerichte der Oberschicht im Blickpunkt, das edle Ge­schirr und Tischsitten. Im Teil Speisen für die Götter werden kultische Handlungen rund um Essen und Trinken vorgestellt.

Flyer zur Ausstellung [PDF, 15 MB]

Öffnungszeiten:
Dienstag und Donnerstag: 14 – 16 Uhr
Sonntag: 15 – 17 Uhr
und nach Voranmeldung unter antikensammlungen@uni-jena.de
Der Eintritt ist frei.

Alles rund um das Königsspiel Schach

Einem anderen Hobby widmet sich die Ausstellung „Schach. Spiel – Sport – Wissenschaft – Kunst“. Sie beleuchtet das Thema Schach aus verschiedenen Perspektiven. So wird u. a. präsentiert, wie Schach seit seiner Entstehung im 6. Jahrhundert die Gesellschaft beschäftigt, wie es vom Höfischen ins Bürgerliche überging und heute sogar als Sportart betrachtet wird. Aus kulturhistorischer Sicht zeigt die Ausstellung unter anderem das älteste deutsche Schachlehrbuch oder thematisiert den „Schach-Türken“, die erste scheinbar mechanische Schachmaschine.

Aber auch Schach in zeitgenössischer Literatur und im Film sind Themen der Ausstellung. Schach gilt als die Sportart mit den meisten Publikationen, zu denen Schachlehrbücher, Fachzeitschriften aber auch die Belletristik gehören. Die Ausstellung zeigt die wichtigsten Exemplare aus dem Bestand der ThULB und von privaten Sammlern.

Die Ausstellung in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) ist im Ausstellungsraum im Foyer des ThULB-Hauptgebäudes (Bibliotheksplatz 2) vom 14. Juli 2021, bis 4. Dezember 2021 zu sehen. Zum Abschluss der Ausstellung findet ein Schach-Turnier am 4. Dezember unter der Schirmherrschaft von Jenas Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche statt.

Öffnungszeiten:
Montag – Freitag: 9 – 20 Uhr
Samstag: 10 – 18 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Kinderspiele von damals

Aufgemalte Hüpfkästchen und Kreidezeichnungen auf den Straßen sind vor allem im Sommer ein wohlvertrauter Anblick in Wohnsiedlungen. Diese Art des Spielens ist Teil der neuen Ausstellung „Spielend!“, die ab 6. August im Ausstellungsraum der Universität Jena zu sehen ist. Ein Team des Instituts für Kunst- und Kulturwissenschaften untersuchte die Geschichte von Kinderspielen in Thüringen im vergangenen Jahrhundert und ging dabei den Fragen nach, was und wie Schulkinder damals gespielt haben und wie sich die Spiele damals von den heutigen unterscheiden.

Die zugrundeliegenden Informationen zu den Kinderspielen stammen aus Fragebögen aus den 1930er Jahren. Deshalb stellt die Ausstellung gleichzeitig Hintergrundinformationen zum Thema Kindheit während des Nationalsozialismus bereit. Neben der Darstellung der Spiele und Reime werden in der Ausstellung einzelne Fragebögen sowie Spielsachen und Kartenspiele gezeigt, die unter anderem aus der Thüringer Spielzeugindustrie stammen. Junge und jung gebliebene Ausstellungsgäste können sich darüber hinaus selbst bei Hüpfspielen ausprobieren.

Die Ausstellung wird am 6. August um 16 Uhr digital per Zoom eröffnet und ist dann vom 9. bis 12. August im Ausstellungsraum (Raum 023) im Hauptgebäude der Friedrich-Schiller-Universität (Fürstengraben 1) zu sehen.

Öffnungszeiten:
Montag (09.08.21) – Donnerstag (12.08.21): 9 –18 Uhr
Es wird um vorherige Anmeldung gebeten per E-Mail an spielend2021@gmail.com

Weitere Ausstellungen

Eine Übersicht über alle aktuellen Ausstellungen der Universität Jena finden Sie unter https://www.uni-jena.de/service#ausstellungen.

Titelfoto: Jens Meyer / Universität Jena