Ausgezeichnete Berufsausbildung an der Universität Jena

„Nach meinem Abitur und dem Bundesfreiwilligendienst habe ich studiert.“ Bis dahin klingt der Lebenslauf von Leo Treff nicht ungewöhnlich. Doch er ergänzt: „Zumindest habe ich ein Studium angefangen, in Sozialer Arbeit an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena. Dann habe ich aber schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist und es mich ins Handwerkliche zieht.“ Dass er dabei ausgerechnet an die Friedrich-Schiller-Universität kam, mag jedoch einige überraschen.

Die Universität als Ort der Bildung und Ausbildung

Die Universität Jena ist nicht nur für die Studierenden ein Ort der Bildung, sondern auch für die vielen Auszubildenden, die hier jedes Jahr eine Lehre beginnen. „Ich schätze die Ausbildung an der Universität Jena sehr“, erzählt der 26-Jährige. „Es wird sich Zeit genommen für die Ausbildung der Azubis. An der Universität ist der wirtschaftliche Druck auch nicht so groß wie bei anderen Ausbildungsbetrieben. Dadurch hatte ich nie das Gefühl, etwa nur eine günstige Arbeitskraft zu sein.“ Leo Treff war in seiner Ausbildung zum Tischler so erfolgreich, dass er Innungsbester wurde und den Landesausscheid gewann. Nun vertritt er im November dieses Jahres Thüringen im Bundeswettbewerb des Tischler- und Schreinerhandwerks.

Praktische Kenntnisse von Anfang an

In der Holz-Werkstatt der Universität wird vieles gebaut: Fenster, Türen, Möbel. Hier arbeiten auch die Auszubildenden von Beginn an mit. Neben dem Besuch der Berufsschule besuchen sie auch Lehrgänge, etwa um Bescheinigungen zum Bedienen von Maschinen zu erwerben oder um erweiterte Kenntnisse im Umgang mit Oberflächen zu erlangen.

Das Gesellenstück, das Leo Treff anfertigte, ist eine Anrichte aus Amerikanischem Kirschbaum und Erle. Diese entwarf er selbst nach den Vorgaben der Prüfungskommission – etwa zur maximalen Fläche der Front oder zur handwerklichen Bauweise der Schubkästen, die Teil des Möbels sein müssen. Auch wenn die reine Bauzeit nicht länger als einhundert Stunden umfassen sollte, dauerte der Prozess fast ein Dreivierteljahr. Denn schon Anfang 2021 begannen die Azubis, erste Ideen für ihre Gesellenstücke zu entwerfen. Jeder Schritt wird dabei mit der Prüfungskommission abgestimmt; vom ersten Entwurf im Maßstab eins zu zehn über die technische Zeichnung in Originalgröße bis hin zum fertigen Möbel. „Es ist schön zu sehen, wie das Stück immer mehr Form annimmt und jedes Detail zu kennen“, sagt Leo Treff.

Unterstützung auch über die Ausbildung hinaus

Auf die große Herausforderung im Bundeswettbewerb ist er gespannt. „Wahrscheinlich wird es Buchenholz werden“, vermutet er. „Als Hartholz ist es besonders herausfordernd, denn man sieht jeden Ritz und wenn etwas nicht passt, dann passt es bei Hartholz auch nicht. Vor allem aber wird das Stück fast keine Neunzig-Grad-Winkel haben, was das Arbeiten mit Hartholz besonders herausfordernd macht.“ Am Ende des zweitätigen Wettbewerbs kommt es aber nicht darauf an, wer das fertige Stück zuerst abgibt, sondern es zählt die handwerkliche Sauberkeit.

Auch in seinem Training für den Bundeswettbewerb wird Leo Treff von der Universität und seinem Ausbilder unterstützt. „Ich darf die Werkstatt nutzen, um zu üben und werde auch von der Ausbildungskoordinatorin der Universtität, Steffi Gál, gefördert. Dafür bin ich sehr dankbar.“ Wie es nach dem Wettbewerb für ihn weitergeht, weiß Leo Treff auch schon: Seine Meisterausbildung wird im Januar beginnen. Hierfür hat er sich für ein Stipendium beworben. Mit seinen herausragenden Leistungen in der Werkstatt der Universität könnten die Chancen dafür, es zu bekommen, kaum besser sein.

Bis 10. November für eine Ausbildung bewerben!

Wer ebenfalls von der guten Lehre an der Universität Jena profitieren möchte, kann sich noch bis Mittwoch, 10. November 2021, um einen Ausbildungsplatz in folgenden Berufen bewerben:

  • Chemielaborant:in (m/w/d)
  • Elektroniker:in, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik (m/w/d)
  • Fachinformatiker:in, Fachrichtung Anwendungsentwicklung (m/w/d)
  • Fachinformatiker:in, Fachrichtung Systemintegration (m/w/d)
  • Gärtner:in, Fachrichtung Zierpflanzenbau (m/w/d)
  • Industriemechaniker:in, Feingerätebau (m/w/d)
  • Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement (m/w/d)
  • Mediengestalter:in, Bild und Ton (m/w/d)
  • Tischler:in (m/w/d)

Weitere Informationen zur Bewerbung gibt es im Stellenportal der Universität.